BrosowskiTRASH

Sharknado (2013)

Flying Sharks over Hollywood

Have you seen it?

But have you really seen it?

Yes, I have! Schon das ganze Jahr 2013 wurde darüber gesprochen, über den neuen Asylum-Film, den neuen Syfy-Kracher. Und er heißt: Sharknado!

Sogar über die Grenzen des Syfy-Trash-Publikums hinaus erlangte der Film in Deutschland Bekanntheit, obwohl es das Genre des Shark-Features schon lange gibt und in Fachkreisen großer Beliebtheit und noch größerer Abscheu unterliegt. Spätestens nach 2-Headed Shark Attack oder Sharktopus glaubte und hoffte man, die Absurdität der Hai-Horrors sei ausgeschöpft. Doch es kam tatsächlich noch schlimmer! Und das wusste jeder, sonst hätten die Produzenten nicht den Spruch “Enough said!” (zu Deutsch: Genug gesagt!) auf’s DVD-Cover knallen lassen. Der Titel fasst Billig-, Trash- und pure Selbstironie-Faktor bestens zusammen.

Schauen wir uns mal das Grundkonzept an: Ein Tornado nähe der mexikanischen Küste wirbelt einen großen Teil eines Haischwarms auf und drängt den Rest Richtung Kalifornien. So kommt es, dass riesige Flutwellen mit Haien inklusive Los Angeles in Angst und Schrecken versetzen. Für die Macher war das übrigens die größte Herausforderung, überzeugend (Hahaha, Anm. d. Red.) den steigenden Wasserpegel in der Großstadt zu animieren. Grauenvoll laienhaft und puristisch unlogisch. In knöcheltiefem Gewässer schwimmt ein Haufen Haie. Toll! Generell lässt die Animation des Films zu wünschen übrig. Vergleichen wir zum Beispiel mal die Modellierung der Haie mit dem Supershark, wurde in zweitem doch offensichtlich mehr auf Realistik gesetzt. Aber Halt! Darum geht es in Sharknado doch auch gar nicht, Kinder. Nein, nein. Die Filmemacher mussten die Erwartungen, die man beim Titel anstellt, schließlich erfüllen und durften sie bloß nicht übertreffen.

Zugegebener Maßen, bin ich dennoch ein bisschen enttäuscht vom Streifen, weil mich die Hauptcharaktere, die man leider schon sehr früh ertragen muss, einfach nur nerven. Sie schwanken zwischen ernsthaftem Spiel und totaler Blödheit, beängistigend dadurch, dass die Schauspieler im Making of recht verblendet wirken, weil der ein oder andere glaubte, an einem ernst gemeinten Actionfilm teilzunehmen. Doch diese Blödheit ist entweder nicht blöd genug oder zu blöd. Das Mittelmaß von perfektem Genusse wird nicht erreicht. Leider. Dafür aber, wie schon erwähnt, sind die Effekte absoluter Wahnsinn.

Bleibt nur die Frage, ob es überhaupt noch weitergehen kann mit dem Hai-Trash, weil Sharknado letztendlich das in totaler Persiflage und Hai-Ironie explodierende Ende dieses Genres darstellen könnte. Es wird schwer, anknüpfen oder das Genre wieder ein eine andere Richtung lenken zu können. Lassen wir uns überraschen und kaufen fleißig Sky-Abos, um zumindest den deutschen Syfy-Ableger finanziell zu untersützen und wahnsinnige Creature-Features zu fördern.

Weiterer Kaufgrund: Auf der Blu-ray ist auch der Tier-Horror 2-Headed Shark Attack enthalten, der in diesem Review namentlich erwähnt wurde.

Der Film findet seine deutsche Free-TV-Premiere im Rahmen der Tele 5-Sendung Die schlechtesten Filme aller Zeiten mit Trash-Doktoren Peter Rütten und Oliver Kalkofe am 10. Januar.

(Update: Verschwenden wir den Gedanken an das bestehende Finale des Hai-Horrors, Syfy kündigte unlängst ein Sequel in NYC an. Gott sei Dank!)

Regie: Anthony C. Ferrante

Drehbuch: Thunder Levin

Erstausstrahlung: 11. Juli 2013

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Foto : ©The Asylum

B. Brosowski

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